Überprüfung des Glücksspielstaatsvertrags 2021: Bewertung durch die Bundesländer läuft
Zara Becker · Aug 1, 2026

Überprüfung des Glücksspielstaatsvertrags 2021: Bewertung durch die Bundesländer läuft

Die 16 Bundesländer haben die Evaluierung des Glücksspielstaatsvertrags 2021 aufgenommen und prüfen dessen Auswirkungen auf Kanalisierung, Spielerschutz sowie den Wettbewerb mit dem Schwarzmarkt; ein umfassender Bericht soll bis zum 31. Dezember 2026 vorliegen. Branchenbeobachter verzeichnen einen verbesserten Dialog zwischen Regulierungsbehörden und Lizenznehmern, rechnen jedoch lediglich mit gezielten Anpassungen wie möglichen Änderungen bei Einsatzlimits oder Einzahlungsobergrenzen, während strenge Vorschriften und die 5,3-Prozent-Einsatzsteuer weiterhin Spieler in Richtung illegaler Angebote lenken.
Hintergrund des Vertrags und aktuelle Evaluierung
Der Glücksspielstaatsvertrag 2021 trat 2021 in Kraft und schuf ein einheitliches Regelwerk für Online-Glücksspiel in ganz Deutschland, wobei die Bundesländer gemeinsam die Umsetzung überwachen. Im August 2026 laufen die Bewertungsarbeiten auf Hochtouren, da die Länder Daten zu Kanalisierungsraten, Schutzmaßnahmen für Spieler sowie der Konkurrenzsituation mit nicht lizenzierten Plattformen sammeln. Forscher und Behörden analysieren Statistiken aus den ersten Jahren der Regulierung, um festzustellen, ob die Ziele erreicht wurden oder ob Nachbesserungen erforderlich sind.
Schwerpunkte der Prüfung: Kanalisierung, Schutz und Schwarzmarkt
Experten der Bundesländer konzentrieren sich auf drei Kernbereiche, wobei die Kanalisierung legaler Angebote im Vordergrund steht, denn nur so lassen sich Spieler von illegalen Plattformen fernhalten. Gleichzeitig bewerten die Gremien den Spielerschutz durch Maßnahmen wie Einzahlungslimits und Selbstausschlussregister, während der Wettbewerb mit dem Schwarzmarkt anhand von Marktanteilsdaten gemessen wird. Berichte zeigen, dass die strengen Regeln und die Steuerbelastung von 5,3 Prozent auf Einsätze viele Nutzer in Richtung nicht regulierter Anbieter abwandern lassen, was die Evaluierung zusätzlich erschwert.
Verbesserter Dialog zwischen Behörden und Betreibern
Beobachter aus der Branche berichten von einem konstruktiveren Austausch zwischen den Landesregulierern und den lizenzierten Betreibern, was den Informationsfluss verbessert und praktische Herausforderungen schneller aufdeckt. Dieser Dialog ermöglicht es, operative Daten direkt in die Bewertung einfließen zu lassen, ohne dass grundlegende Strukturen des Vertrags infrage gestellt werden. Dennoch betonen Vertreter der Bundesländer, dass der Fokus auf begrenzten Änderungen liegt, da umfassende Reformen derzeit nicht geplant sind.

Erwartete Anpassungen und bestehende Bedenken
Industrieanalysen deuten darauf hin, dass Anpassungen vor allem bei Stake-Limits oder Einzahlungscaps erfolgen könnten, um die Attraktivität legaler Angebote zu steigern und gleichzeitig den Schutz aufrechtzuerhalten. Die 5,3-Prozent-Steuer auf Bruttospielerträge stellt nach wie vor ein Hindernis dar, da sie die Margen der Betreiber belastet und Spieler zu Offshore-Plattformen treibt. Daten aus dem laufenden Review-Prozess zeigen, dass diese Faktoren die Kanalisierungsziele beeinträchtigen, weshalb die Bundesländer gezielte Modifikationen prüfen, bevor der Abschlussbericht Ende 2026 veröffentlicht wird.
Ausblick bis zum Berichtsdatum 2026
Bis zum 31. Dezember 2026 sammeln die 16 Länder weiterhin Erkenntnisse aus Praxis und Marktbeobachtung, um den Vertrag gezielt weiterzuentwickeln. Die laufende Überprüfung berücksichtigt sowohl positive Entwicklungen im Dialog als auch die Herausforderungen durch den Schwarzmarkt, sodass fundierte Empfehlungen entstehen können. Behörden und Betreiber arbeiten parallel daran, die Rahmenbedingungen zu optimieren, ohne das Gesamtsystem grundlegend zu verändern.
Schlussfolgerung
Die Evaluierung des Glücksspielstaatsvertrags 2021 durch die Bundesländer schreitet voran und liefert bis Ende 2026 wichtige Erkenntnisse zu Kanalisierung, Spielerschutz und Schwarzmarktkonkurrenz. Gezielte Anpassungen erscheinen wahrscheinlich, während die Auswirkungen der Steuer und strenger Limits weiterhin im Fokus stehen. Die Ergebnisse werden die künftige Ausgestaltung des regulierten Marktes in Deutschland maßgeblich beeinflussen. Weitere Details zur Evaluierung finden sich in branchenspezifischen Berichten.